Hundeaufzucht: Voraussetzungen

Foto: Beagle Welpen von Bobby Mikul

Die Hundehaltung ist ein wunderschönes Hobby. Zweifelsohne sind die Feuchtnasen eine echte Lebensbereicherung. Niemals sollte jedoch ein Hund überstürzt angeschafft werden. Einige grundlegende Dinge müssen vorher geklärt werden. Das Wichtigste ist, dass die Hundehaltung seitens des Vermieters erlaubt ist. Hier sollte sich der angehende Hundebesitzer nicht mit einem mündlichen Einverständnis zufrieden geben. Besser ist es, die Erlaubnis schriftlich im Mietvertrag zu verankern. Des Weiteren ist es hilfreich, die fixen Kosten einer Hundehaltung einmal zu überschlagen. Steuern, Haftpflichtversicherung, jährliche Impfungen, Parasitenprophylaxe, Futter und Pflegemittel sind nur die Spitze vom Eisberg. Schnell kommt ein stattliches Sümmchen zustande. Darüber sollte sich jeder Tierliebhaber im Klaren sein. Sind diese Punkte geklärt, steht dem Einzug eines Familienwolfes grundsätzlich nichts mehr im Weg. Doch gerade jetzt beginnt die heiße Phase. Beim Anblick des ersten niedlichen Welpen sofort schwach zu werden und ihn voller Enthusiasmus in die Tasche zu packen, stellt sich im Nachhinein oft als Fehler heraus. Hunde können gut und gerne dreizehn Jahre und älter werden.

Informieren Sie sich umfassend

 

Wer sich einen jungen Rassehund ins Haus holen möchte, sollte sich im Vorhinein eingehend über einige Rassen informieren. Theoretisches Wissen ersetzt zwar nicht den praktischen Umgang mit dem Tier, kann aber äußerst hilfreich sein. Wer in einem Husky lediglich einen wolfsähnlichen Hund mit wunderschönen blauen Augen sieht, wird diesen Hunden kaum gerecht werden. Vielmehr zählt doch, ob die 0Bereitschaft da ist, mit diesem Hund im Winter längere Autofahrten zu unternehmen, um ihm eine mehrstündige Bewegung in schneebedeckter Landschaft zu gönnen. Optimal wäre natürlich die Teilnahme an Schlittenhunderennen. All das ist aber nicht jedermanns Sache. Ein Jagdhund hingegen, der nicht jagdlich geführt wird und somit seiner Passion nicht nachgehen darf, leidet am Ende unter ständiger Unterforderung. Windhunde sehen zwar elegant und schnittig aus, doch die Auslauffläche eines kleinen Schrebergärtchens lastet diese Renner keinesfalls aus. Auch die Haltung reiner Arbeitshunde ist nur schwer zu bewerkstelligen. Ein Border Collie wird jedoch ohne die Hütearbeit oft genug zum unausgeglichenen Wohnungszerstörer. Selbst kleine Rassen, wie Jack Russell Terrier und Beagle, verfügen über einen nicht zu unterschätzenden Jagdtrieb. Manch ein Spaziergang kann einsam enden, hat sich der Hund doch gerade einmal wieder für zwei Stunden verabschiedet, um der Kaninchenspur zu folgen. Wer meint, dass die Haltung der kleinen Hunderassen einfacher ist, unterliegt einem Irrtum. Das heißt nun aber nicht, dass von der Anschaffung der erwähnten Rassen grundsätzlich abzuraten ist. Die Beispiele sollen lediglich verdeutlichen, dass Rassehunde für ganz bestimmte Zwecke und Arbeiten gezüchtet werden. Im Vorfeld sollte der zukünftige Hundebesitzer überlegen, ob er den jeweiligen Anforderungen und Bedürfnissen dieser Hunde wirklich gerecht werden kann. Hunde sollten so artgerecht wie möglich gehalten werden. Dies funktioniert nur unter Berücksichtigung ihrer rassespezifischen Veranlagungen.

 

Besuchen Sie ein Tierheim

 

Wer sich im Vorfeld eingehend informiert, kommt vielleicht zu dem Schluss, dass ein älteres, nicht ganz so temperamentvolles Tier doch besser passt. Ein Besuch im Tierheim kann da Aufklärung bringen. Über freiwillige Gassigänger freuen sich die Tierheime immer. Das ist eine gute Gelegenheit, um einen Hund näher kennen zu lernen und herauszufinden, ob er der richtige Hausgenosse sein wird. Es darf auch ruhig ein Mischling sein, letztendlich zählen die Charaktereigenschaften. Selbstverständlich landen auch junge Hunde aus den unterschiedlichsten Gründen oft genug im Tierheim. Wer einem Welpen ein Zuhause geben möchte, wird Gelegenheit dazu haben.

Die Anschaffung eines Hundes sollte generell natürlich auch von den Wohnverhältnissen abhängig gemacht werden. Ein Haus mit Garten oder zumindest eine Erdgeschosswohnung bietet sich zur Hundehaltung eher an, da die Tiere nicht mehrmals täglich unzählige Treppen erklimmen müssen. Große Hunde haben ohnehin damit öfter ein Problem. Sie leiden nicht selten an Hüfterkrankungen. Doch auch für kleine Hunde sind ebenerdige Wohnverhältnisse wesentlich geeigneter. Zudem sollte bereits bei der Anschaffung eines jungen Hundes bedacht werden, dass er auch irgendwann einmal alt sein wird. Spätestens dann könnten viele Stufen ein unüberwindbares Hindernis werden. Wer möchte schon einen Neufundländer in die vierte Etage tragen?

 

Haben Sie genug Zeit?


Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist es, sich unbedingt über den Zeitaufwand, den ein junger Hund benötigt, im Klaren zu sein. Ganz gleich, ob es ein Mischling oder ein Rassehund ist; Welpen schlafen zwar in den ersten Wochen noch sehr viel, sind sie jedoch wach, sollten sie sofort nach draußen geführt werden. Schließlich ist eines der ersten Ziele, die kleinen Racker so schnell wie möglich stubenrein zu bekommen. Sind es beim erwachsenen Hund später circa zwei bis drei Stunden, die für Spaziergänge, Training und artgerechte Beschäftigungen einkalkuliert werden sollten, benötigt der Junghund mehr Aufmerksamkeit. Seine Erziehung fordert seinem Besitzer etliche Stunden in einer Hundeschule ab. Darüber hinaus gilt es, das dort Gelernte ständig mit dem Hund zu üben, damit sich erwünschte Verhaltensweisen festigen. Ferner sollte der junge Hund noch nicht stundenlang alleine gelassen werden. Kurze Übungseinheiten reichen aus, um ihn langsam daran zu gewöhnen.

 

Die Fütterung des Welpen


Ebenfalls aufwendiger gestaltet sich in den ersten Monaten die Fütterung. Drei Mal täglich wird der Welpe in der Regel gefüttert, im Gegensatz zu erwachsenen Hunden, die ein bis zwei Mahlzeiten pro Tag erhalten. Grundsätzlich sollte nicht vergessen werden, dass junge Hunde viel Unsinn im Sinn haben. Eine gute Beaufsichtigung ist wichtig. Sie schützt vor unliebsamen Überraschungen. Gerne wird der nächstbeste Schuh geklaut, um herzhaft auf dem Leder herumzukauen. Vor einigen, besonders unternehmungslustigen, Junghunden sind auch Abfalleimer und Stuhlbeine nicht sicher. Jungen Hunden sollte zwar keine Aufmerksamkeit rund um den Tag zuteilwerden; wenn sie immer und immer wieder zum Spiel auffordern, kann das ruhig einmal ignoriert werden. Ein waches Auge muss den heranwachsenden Stubenwölfen allerdings öfter einmal gegönnt werden.

 

Raus bei Wind und Wetter


Grundsätzlich wird ein Hund das Leben und den Tagesrhythmus verändern. Doch das ist keinesfalls negativ zu bewerten. Im Gegenteil, schnell wird sich der Hundebesitzer daran gewöhnen, bei Wind und Wetter an die frische Luft zu gehen. Das härtet ab und stärkt das Immunsystem. Zudem verhelfen die Spaziergänge mit einem Hund zur regelmäßigen Bewegung. Die wiederum beugt Herz- und Kreislauferkrankungen vor. Ein Hund bedeutet aber auch, dass vielleicht zukünftig eine andere Urlaubsplanung sinnvoll ist. Wer weiterhin gerne per Flugzeug in südliche Gefilde verreisen möchte, sollte sich beizeiten um eine adäquate Urlaubsbetreuung für den Vierbeiner bemühen. Ob das nun ein privater Hundesitter oder professionelle Tierpension ist, eine Lastminute-Planung ist der falsche Weg. Hunde lieben es natürlich, mit in den Urlaub genommen zu werden. In vielen Ferienhäusern und -wohnungen ist die Mitnahme von Haustieren erlaubt. Wer rechtzeitig plant, wird ein großes Angebot an hundefreundlichen Unterkünften finden.

Hunde sollten mit viel Überlegung und der Gewissheit angeschafft werden, dass sie uns viele Jahre treu und kameradschaftlich zur Seite stehen. Keinesfalls haben es diese sozialen, liebenswerten Tiere verdient, ihr Rudel verlassen zu müssen, weil am Ende die Hundehaltung mit zu viel Arbeit, Zeitaufwand oder gar sozialen Einschränkungen verbunden war. Wer bereit ist, sich voll und ganz auf das wunderbare Wesen Hund einzulassen, wird es täglich wortlos gedankt bekommen.